KfW-Darlehen, Bildungskredit, Zusatz-Bafög während des Examens
Viele Studenten stehen während des Examens unter hohem Leistungsdruck. Kommt nun noch der finanzielle Druck dazu, wird es sehr schwierig frei zu lernen. Was kann man dagegen tun? Welche Möglichkeiten stehen Studenten offen, bzw. welche staatlichen Fördermittel können diese in Anspruch nehmen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die finanzielle Durststrecke während der Examenszeit zu überbrücken. Wer bisher einen ablehnenden BAföG-Antrag erhalten hat, kann dennoch unter gewissen Voraussetzungen erneut einen Anspruch erworben haben. Denn ganz wichtig, das BAföG-Gesetz und die Antragsgrundlagen haben sich ziemlich verändert. Somit sollte dieser abgelehnte Personenkreis unbedingt vor Beginn des Examens einen Bafög-Antrag stellen. Die Aussicht auf Erfolg ist nach den neuen Förderrichtlinien höher zu bewerten. Vorteil: Etwa die Hälfte der beantragten Summe ist ein Geschenk des Staates. Somit ein nicht rückzahlbarer staatlicher Förderungszuschuss zum Studium bzw. Examen. Die weitere Hälfte des beantragten BAföG-Darlehens ist zinslos zurück zu zahlen. Dennoch gilt weiterhin, dass die Bafög-Leistung abhängig vom Einkommen der Eltern ist. Verdienen die Eltern zu viel, fallen der Anspruch und die Chance auf BAföG weg.
Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei der KfW-Bank “Kreditanstalt für Wiederaufbau” einen Bildungskredit zu beantragen. Die KfW-Bank vergibt den Bildungskredit an Studenten in der Examenszeit. Hier kann der Student monatlich 300 Euro erhalten. Vorteil: Der Bildungskredit wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gezahlt. Sicherheiten sind keine nachzuweisen. Nachteil: Die Zwischenprüfung muss der Student bereits abgelegt haben, denn sonst ist keine Beantragung möglich. Der Bildungskredit wird nach Bewilligung maximal für zwei Jahre gezahlt.
Studentische Darlehenskassen haben hierfür einen Abschlusskredit im Angebot. Die Abschlussphase der Examensarbeit wird allerdings unterschiedlich bewertet. Bei einigen Darlehenskassen gelten zum Teil die letzten vier Semester als Abschlussphase, bei anderen Darlehenskassen wiederum nur die letzten beiden Semester. Vorteil: Das Darlehen ist meistens zum Teil zinslos. Die Kreditwürdigkeit wird hier generell nicht überprüft und somit auch keine Schufa-Abfrage getätigt. Nachteil: Die Notsituation des Studenten muss klar dargestellt werden. Es bedarf hier generell einer schriftlichen Erklärung der Notlage des Studenten. Sind alle Positionen erfüllt, wird der Antrag in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen bearbeitet. Allerdings sollte man beachten, dass die Höhe des maximal möglichen Darlehens von 7.500 bis 9.000 Euro schwankt. In einigen Fällen wird die Höhe des Abschlussdarlehens auch an die Höhe des BAföG-Bedarfsatzes des Studenten angepasst. Die jeweiligen Vorgaben variieren je Bundesland.
Die KfW-Förderbank vergibt zinsgünstige Bankdarlehen an Studenten, deren Anspruch auf BAföG maximal ein Jahr vor der Examenszeit endete. Dieses Darlehen wird ähnlich der bisherigen BAföG-Leistung monatlich weiter gezahlt. Die Antragstellung bei der Bank übernimmt in diesem Fall das BAföG-Amt. Vorteil: Sicherheiten müssen nicht erbracht werden. Nachteil: Das Darlehen muss vollständig und mit Zinsen zurückgezahlt werden.
Zu guter Letzt besteht noch die Chance, einen Studienkredit bei diversen Banken zu beantragen. Dies sollte aber die allerletzte Möglichkeit sein. Zuvor sollten zinsgünstigere und einfachere Antragsmöglichkeiten ausgelotet und getestet werden. Es lohnt sich definitiv!
Tipp: Überprüfen Sie unbedingt Ihre aktuellen Chancen auf staatliche Förderzuschüsse.
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